Boden bedecken statt offenlassen. Offene Blüten statt gefüllter Zierblumen. Und ein wildes Eck einfach wild lassen. Klingt simpel und ist doch für viele Gärten und Gemeindeflächen noch lange nicht selbstverständlich.
Am Fronleichnahm Vormittag trafen wir uns am Spielplatz im Bürgerpark, mit neugierigen Fragen und zwei wunderbaren Frauen aus unserer Grünen Gemeinschaft: Landschaftsgärtnerin und Gemeinderätin Daniela Hüttl und Imkerin Birgit Wimmer. Unser Ziel: die „Bergstraßen“ rund um Nebelhornstraße, Grüntenstraße, Watzmannstraße und Zugspitzstraße und ein Blick auf das, was in unseren Gärten und auf Gemeindeflächen wächst, blüht und summt.
Ein Garten, der begeistert
Unser erster Stopp war gleich ein Highlight: In der Nebelhornstraße öffneten Michaël und Christine ihr Gartentor, und was uns dort erwartete, war wirklich beeindruckend. Ein vielfältiger, lebendiger Garten voller Pflanzen, Farben und summender Besucher. Herzlichen Dank für die Gastfreundschaft und die Offenheit, diesen wunderschönen Ort mit uns zu teilen!
Danach machten wir uns auf den Weg durch die „Bergstraßen“ und schauten uns unterwegs an, was in den Gärten entlang der Strecke so wächst. Mit dem geschulten Blick von Daniela wurde aus einem einfachen Spaziergang ein kleiner Praxisrundgang: Hier ein Vorgarten voller offener Blüten, der Bienen sichtlich anzieht dort eine Fläche, die noch viel Potenzial hätte. Genau diese Mischung aus Anerkennung und konstruktivem Hinschauen hat das Format Geh-spräch ausgemacht.
Was wir mitgenommen haben – die 4 wichtigsten Learnings
Beim Spazieren und Schauen verdichteten sich die Impulse auf ein paar klare Botschaften, die sich jede und jeder von uns mitnehmen kann:
1. Boden bedecken statt offenlassen. Flächendeckende Stauden statt nackter Erde. Das hält Feuchtigkeit, verhindert Erosion und bietet Insekten Lebensraum. Viele Gärten und auch öffentliche Flächen haben hier noch Potenzial.
2. Bäume pflanzen, für Schatten und fürs Klima. Bäume sind langfristige Investitionen: Sie spenden Schatten, kühlen die Umgebung und bieten Insekten Nahrung und Nistplätze. Wer Platz hat, sollte ihn nutzen.
3. Vielfalt und offene Blüten. Insekten brauchen Zugang, gefüllte Zierblüten sind optisch schön, aber für Bienen und andere Bestäuber oft wertlos. Offene Blüten, möglichst viele verschiedene Arten, über die ganze Saison verteilt: das ist, was zählt.
4. Ein wildes Eck zulassen. Nicht jede Ecke im Garten muss ordentlich sein, im Gegenteil. Ein Bereich, den man einfach wachsen lässt, nur einmal im Jahr zurückschneidet und ansonsten in Ruhe lässt, wird zur wertvollen Rückzugsfläche: für Insekten, Kleintiere und all die Nützlinge, die wir eigentlich alle gerne im Garten hätten. Wildheit ist hier ausdrücklich erwünscht.
Und eine klare Ansage gab es auch noch: Keine Fichten mehr. Sie kommen mit den zunehmenden Hitzesommern nicht zurecht und fallen buchstäblich aus dem Raster unserer sich verändernden Landschaft.
Infomaterial und Honig von Birgit

Birgit hatte zum Abschluss eine besondere Überraschung im Gepäck: jede Menge Infomaterial rund um Bienen und bienenfreundliche Bepflanzung und natürlich ihren wunderbaren Honig. Bei den Honigbroten, die wir uns alle sehr haben schmecken lassen, ließ sich der Vormittag wunderbar ausklingen. Wer ebenfalls Interesse am Infomaterial hat, kann sich gerne bei uns melden, wir geben es euch gern weiter.
Vom Garten in die Kommunalpolitik
Was dieses Geh-spräch besonders gemacht hat: Das Wissen bleibt nicht im Privatgarten. Wir können es als Gemeinderät:innen direkt einbringen bei der Bepflanzung öffentlicher Grünflächen, bei Neupflanzungen auf Gemeindegrundstücken, bei Entscheidungen über das Straßenbegleitgrün. Das Geh-spräch war also nicht nur inspirierend, sondern auch politisch produktiv.
Übrigens: Der Garten von Michaël und Christine ist auch der Ort unseres diesjährigen Sommerfests – am Sonntag, 26. Juli 2026, von 15 bis 20 Uhr. Wir freuen uns auf euch! Alle Details findet ihr in unseren Terminen.
Du möchtest beim nächsten Geh-spräch dabei sein? Einfach auf Instagram folgen – wir kündigen alle Termine rechtzeitig an.
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