Grüne laden zur Diskussion über Hochwasserschutz in Diedorf

Am 20. Februar luden die Grünen zur Mittagspause „Hochwasserschutz an der Schmutter“ in die Gaststätte Fendt in Diedorf ein. Vertreter*innen aus Kommunal- und Landespolitik diskutierten gemeinsam mit interessierten Bürger*innen im vollbesetzen Saal über die Herausforderungen und Perspektiven des Hochwasserschutzes.

Gemeinderätin Daniela Hüttl eröffnete die Veranstaltung mit einem Überblick über die bereits umgesetzten und geplanten Maßnahmen in Diedorf. Dabei wurde deutlich, dass die Gemeinde beim Hochwasserschutz bereits weit fortgeschritten ist. Mit der Einweihung des Rückhaltebeckens „Lettenbach II“ und weiteren Projekten zeigt Diedorf, dass konsequente Vorsorge möglich ist, wenn frühzeitig geplant und gehandelt wird.

Felix Senner, Landratskandidat der Grünen, ordnete die Lage auf Landkreisebene ein. Mit Blick auf das Hochwasser 2024 machte er deutlich, dass Extremwetterereignisse keine Ausnahme mehr sind. Als positives Beispiel nannte er die neue Schwammregion Gennach-Hühnerbach, in der Wasser in der Fläche gehalten und natürliche Rückhalteräume gestärkt werden.

Christian Hirneis, umweltpolitischer Sprecher der Grünen im Bayerischen Landtag, benannte zunächst die strukturellen Defizite auf Landesebene. Hochwasserschutz setze in Bayern häufig zu spät an, etwa durch große Polder an der Donau, während Maßnahmen flussaufwärts fehlen. Neben Förderstrukturen, Zuständigkeiten und Besitzverhältnissen erschweren auch die großen Zuständigkeitsbereiche der Wasserwirtschaftsämter bei gleichzeitig knappen personellen Ressourcen eine zügige Umsetzung.

Im weiteren Verlauf zeigte er jedoch auch auf, wie eine zukunftsfähige Strategie aussehen kann. Neben technischen Maßnahmen brauche es verstärkt naturnahe Lösungen. Das Schwammstadt-Konzept setze darauf, Wasser in der Fläche zu halten, Versickerungsräume zu schaffen, Auen zu renaturieren und Moore als natürliche Speicher zu stärken.

Bedauert wurde, dass ein Hochwasserzweckverband derzeit nicht weiterverfolgt wird. Perspektivisch wurde angeregt, insbesondere bei der Gewässerpflege dritter Ordnung interkommunal enger zusammenzuarbeiten und gemeinsame Strukturen zu schaffen, um Maßnahmen besser abzustimmen und Synergien zu nutzen.

Die Vorstellung der Kandidat*innen für die Gemeinderatswahl sowie die abschließende Diskussionsrunde übernahm Minza Tapkan, Gemeinderätin aus Gessertshausen, die die Veranstaltung unterstützte. Damit wurde sichtbar, wie Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg praktisch gelebt werden kann.

Die Veranstaltung war geprägt von einer sachlichen und engagierten Atmosphäre. Wir danken allen Gästen für ihr Interesse und die konstruktive Diskussion